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Sinfoniekantate „Lobgesang“ vor zahlreichem Publikum |
| 25.07.2011 |
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Sinfoniekantate „Lobgesang“ vor zahlreichem Publikum
10.05.2011 - SCHOTTEN
Vielschichtiger Chorteil von 30-köpfiger Dekanatskantorei gesungen - Instrumentale Begleitung durch russische Kammerphilharmonie St. Petersburg
(em). Einen „anderen“ Felix Mendelssohn Bartholdy lernte ein zahlreiches Publikum bei einem Konzert der Reihe „Musikmomente im Dekanat Schotten“ in der Liebfrauenkirche kennen. Geboten wurde die 1840 entstandene Sinfoniekantate „Lobgesang“. Dekanatskirchenmusiker Kiwon Lee hatte die Gesamtleitung und es ist ihm zu danken, dass er damit die Reihe anspruchsvoller Konzerte „vor der Haustür“ mit Personen aus der Region fortsetzte. Der ganze vielschichtige Chorteil wurde von der inzwischen 30-köpfigen Dekanatskantorei gesungen, während die Eingangssinfonie und die instrumentale Begleitung des Chores von der russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg aus Frankfurt ausgeführt wurde. Gerade bei den Forte-Passagen des beginnenden und abschließenden „Alles was Odem hat, lobe den Herrn“ oder dem Maesto des Schlusschores waren die Sängerinnen und Sänger sehr gefordert und es gelang íhnen, als vokales Gegengewicht zum Orchester zu einem geschlossenen, werkgerechten Klangbild beizutragen. Als Gesangssolisten wirkten Natalia Kostenko und Kathrin Hruschka (Sopran) sowie Jochen Elbert (Tenor) mit. Hervorzuheben ist auch die gute Leistung der jungen Laura Andersohn (Orgel).
Was man sich für alle Musikmomente-Konzerte wünschen würde: der Begrüßung Dekan Kellers folgte ein einführender Kommentar zum Werk durch die Licher Musikerin Vitalina Pucci. Anschaulich zeichnete sie den Werdegang des Komponisten. Mendelsohn Bartholdys Verdienste um die Wiederentdeckung historischer Komponisten und Musikformen, etwa im Werk Johann Sebastian Bachs, wurden ebenso angesprochen wie sein Wirken in Leipzig als Dirigent der Gewandhauskonzerte.
Mit effektvollem Einsatz der Blechbläser beginnt der erste Maestoso-Satz. Der Kontrast zwischen musikalischer Wucht und feiner Liedhaftigkeit fand sich auch immer wieder im folgenden stellenweise fast pastoral wirkenden Allegretto. Geheimnisvoll beschloß ein Andante religioso den sinfonischenTeil, wobei sich noch einmal die Instrumentalgruppen mit ihrem charakteristischen Klang entfalten konnten. Schon jetzt zeigte sich die klangliche Brillanz, die hohe Professionalität der russischen Kammerphilharmonie, die sich im Chorteil fortsetzten.
Kiwon Lee fand für den Part der Gesangssolisten beeindruckende Talente: kräftig, angenehm, einfühlsam ist der Tenor Jochen Elberts. Kathrin Hruschka, langjährig in der musikalischen Arbeit des Dekanats engagiert, bringt eine klare ausdrucksstarke Sopranstimme ein, die diese Qualitäten auch gesangstechnisch schwierigen Passagen hält. Schön auch die Sopranduette mit Natalia Kostenko, wobei letztere etwa hohe Stimmabschnitte und Forte-Passagen ein wenig zu stark im Operngestus vortrug.
Dem jubelnden Eingang, rhythmisch bewegt, folgte ein differenziertes Rezitativ und Solo Jochen Elberts. Mit Versen des 33. Psalms erinnerte der Abschnitt an Zeiten der Not, an die Rettung durch Gottes Güte und die Botschaft wurde vom Chor aufgenommen.
Verhaltene Glaubensgewissheit prägte das Duett der beiden Soprane. Vielleicht der Höhepunkt der Aufführung: das Tenorrezitativ und das dunkle Moll der Orchesterstimmen, der eindringlich wiederholte Schrei aus der Finsternis: „Hüter, ist die Nacht bald hin?“ - Abbild der Verlorenheit und Not menschlicher Existenz, Gegengewicht zum Gotteslob. Als bewegender Kontrast dann der schlichte alte Choral Martin Rinckarts „Nun danket alle Gott“, ein freudiges Solo von Sopran und Tenor, in schönem Nachklang von den Streichern untermalt, der machtvolle Schlusschoral und dann der lange begeisterte Beifall des Publikums.
Interessant ein Gedanke in den Nachgesprächen: die Dekanatskirchenmusik in Schotten bietet Talenten aus der Region, die neben dem Brotberuf aktiv Musik machen wollen, anspruchsvolle Projekte und einen gut begleiteten Weg zur Ausführung.
Zuletzt geändert am: 03.08.2011 um 09:50
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